Der Nationalpark
Cilento und Vallo di Diano
erstreckt sich über ein großes
Areal im Süden der Provinz Salerno
und ist mit etwa 180 000 Hektar der zweitgrößte
Nationalpark Italiens. Er ist ohne Zweifel
eines der wichtigsten Ökosysteme
der italienischen Halbinsel.
Im Jahre 1991 gegründet, stellt der
Park eine Region von unschätzbarem
naturalistischen und landschaftlichen
Wert dar. In seinem Innern befinden sich
nicht weniger als 80 Kommunen.
Hier existieren mindestens 1800 Pflanzenarten,
viele von ihnen endemisch oder selten,
zum Beispiel die Palinuro- Primel, Symbol
des Parks, und die wilde Orchidee von
San Giovanni a Piro. Jahrhundertealte
ölbäume spenden den ebenen Küstenstreifen
und den sanft ansteigenden Hügeln
Schatten. Hunderte Tierarten, darunter
der Apenninen-Wolf, der Falke, der Adler
und der Fischotter bewohnen dieses Naturparadies.
Dichte
Wälder bedecken seine imposanten
Berge, wie den Alburno (1742 m), den Cervati
(1898 m) und den Gelbison (1705 m). Aufgrund
seiner Kalksteinstruktur wurde das Gebirge
über Millionen von Jahren durch das
Wasser modelliert und die architektonischen
und skulpturähnlichen Meisterwerke
in seinem Innern sind heute von größtem
Interesse für die Höhlenforschung
aber natürlich auch von unermesslicher
Schönheit. Es gibt etwa 400 Grotten
innerhalb des Parks, besonders beeindrucken
jene von Pertosa und Camerota.Der historische
und kulturelle Wert der Region wird anhand
der zahlreichen geschichtlichen, architektonischen
und religiösen Zeitzeugen deutlich,
die über das gesamte Gebiet verstreut
Auskunft geben, wie sich die einheimische
Bevölkerung über die Jahrtausende
entwickelt hat. Die Spuren der prähistorischen
Zeit, der lukanischen, der griechischen
und der römischen Ära ruhen
hier seit Jahrtausenden.
Hier verlaufen die Wurzeln der westlichen
Zivilisation. Im 7. Jh. v. Chr. ließen
sich in dieser Region die Griechen nieder
und man feierte die Herrlichkeit ihrer
Kolonien. Davon zeugen heute die dorischen
Tempel von Paestum und die Ruinen der
antiken Stadt Elea. Große Philosophen
wie Parmenides und sein Schüler Xenon
hatten hier im „Magna Graecia“,
im Groß-Griechenland, ihre Geburtsstätte.
Die Byzantiner, Langobarden und Normannen
haben das Gebiet mit an Kunstschätzen
reichen Burgen, Kirchen und Klöstern
übersät. Besonders die im Inland
gelegenen Dörfer und Städte
zeichnen sich durch die typische mittelalterliche
Architektur der Kathedralen, Burgen und
herrschaftlichen Wohnhäuser aus.
Das Kartäuser-Kloster „Certosa
di San Lorenzo“ unterhalb des Ortes
Padula im Vallo di Diano gelegen, gehört
zu den größten Klöstern
der Welt und ist außerdem eines
der wichtigsten im Bezug auf seine Architektur
und seinen Reichtum an Kunstschätzen.