|
| |
|
|
| |
POLICASTRO
Nicht
weit von der Mündung des Flusses Bussento, an der Küste
des gleichnamigen Golfes befindet sich der Ort Policastro. Die
strategische Lage, dank seiner Flussverbindung entlang des Bussento-Tales
ins Landesinnere, war in der Antike das Hauptmotiv für die
Niederlassungen der italischen Völker gefolgt von den Griechen.
Der ursprüngliche Name Policastros, welcher auf die Zeit
Groß-Griechenlands (4. Jh. v. Chr.) zurückgeht, war
Pixous. Noch heute findet man entlang der antiken Stadtmauer zahlreiche
Spuren der italischen und griechischen Zivilisation.
Mit dem Zerfall des „Magna Graecia“, als das Versanden
des Hafens und die Malaria seine Bedeutung radikal einschränkten,
wurde Pixous der lukanischen Bevölkerung im Inland überlassen.
Am Anfang des 2. Jh. v. Chr. versuchte Rom den Ort mit Hilfe von
Kolonisten wieder zu bevölkern. So wurde die römische
Stadt Buxentum gegründet, deren Bedeutung und Reichtum so
schnell wuchs, dass sie im Jahre 187 v. Chr. zum municipio romano
ernannt wurde.
Etwas außerhalb des Ortes kann man die Reste des antiken
Aquädukts bewundern, welches seiner Zeit die Wasserversorgung
der Stadt garantierte.
In der ersten Hälfte des 5. Jh.
n. Chr. wurde in Buxentum Fabio Livio Severo geboren, der im
Jahre 461 römischer Kaiser wurde. Im Jahre 450 n. Chr.
mussten Buxentum und die umliegenden Dörfer schwere Verwüstungen
aus der Hand der Wandalen Geiserichs hinnehmen. Darauf folgte
eine lange Zeit des Verfalls, in welcher der Ort mehrere Male
ausgeraubt und von Seuchen und Notständen heimgesucht wurde.
Policastro, was in griechisch
befestigte Stadt bedeutet, hat seinen Ursprung im 7. Jh. n.
Chr., als die Byzantiner hier eine Festung errichteten. Im Jahre
839 ging die Stadt in den Besitz der Langobarden von Salerno
über und 915 wurde sie Opfer der sarazenischen Piraten
auf ihrem Raubzug durch die Küstenstädte des Golfs
von Policastro. Die Stadt wurde noch stärker befestigt,
nachdem sie 1055 von dem Normannen Roberto Guiscard erobert
worden war. Der selbige ließ das Mittelschiff der Kathedrale
errichten, welches im Laufe der Jahrhunderte mehrfach vergrößert
wurde. Der Glockenturm geht auf das Jahr 1167 zurück.
Heute ist Policastro ein wichtiges Zentrum, mit einem historischem
aus dem Mittelalter stammenden Stadtkern. Dank der fruchtbaren
Bussento-Ebene lebt der Ort von einer blühenden Landwirtschaft,
zu der sich in den letzten Jahren der Tourismus als wichtige
Einkommensquelle gesellt hat.

|
|
|
|
|
| |
|
|
|