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ROCCA GLORIOSA
Der
Ort Rocca Gloriosa thront auf einem Felssporn und verdankt seinen
aktuellen Namen der Madonna, welche in der Kirche der Burg verehrt
wird. Die Tausende von Jahren alte Geschichte des Ortes hat ihren
Ursprung in antiken Zivilisationen wie den Ausonen, den Enotriern,
den Oskern, den Griechen und Römern.
Ein bedeutender Abschnitt war die Gründung der antiken Stadt
Leo (Orbitania in römischer Epoche) im 5. bis 4. Jh. v. Chr.
durch die Bewohnern Sybaris, welche die Zerstörung ihrer
Heimatstadt durch die Krotoner überlebt hatten. Die Stadt
Leo wurde auf einer Hochebene errichtet, die auf der einen Seite
von dem Berg Monte Capitenali und auf der anderen von einer massiven
Mauer geschützt war. Diese erhöhte Position erlaubte
somit ein großes Gebiet zu kontrollieren.
Während der Punischen Kriege
verbündete sich Orbitania mit den Kartaghern. Die Römer
bestraften die Stadt darauf mit Zerstörung. In den letzten
Jahren des Römischen Kaiserreichs, mittlerweile dem Verfall
geweiht, errichtete der Feldherr Stilico hier einen militärischen
Stützpunkt. Der Ort wird ein weiteres Mal verwüstet,
diesmal von Belisar, Feldherr des orientalischen Kaisers Justinian,
während des Krieges gegen die Ostgoten.
Im Jahre 412 wird der Ort von Stilitani und Bulgaren neu gegründet.
Um den Neuanfang zu besiegeln, wurde eine Burg auf dem Gipfel
des Berges konstruiert, deren enorme Mauern die gesamte Siedlung
einschlossen. Auf der Burg errichtete man eine an die Jungfrau
Maria gewidmete Kapelle, vielleicht als Dankesbezeugung nach
einem errungenen Sieg, der man den Namen Gloriosa gab und von
dem der aktuelle Namen des Ortes herrührt.
Im Juli des Jahres 1512 wurde Rocca Gloriosa von dem Piraten
Dragut Bassa erneut zerstört. Um 1806 musste der Ort den
Angriff der Franzosen erleiden, die mit einer 6000 Mann starken
Armee die Stadt eroberten und anzündeten. Die historischen
Geschehnisse haben auf dem Gebiet Spuren von größtem
archäologischen, historischen und künstlerischen Interesse
und von immenser Bedeutung hinterlassen. Die Nachkommen von
Orbitania haben ihre Stadt, trotz der schrecklichen Invasionen
von denen sie heimgesucht wurde, immer wieder aufgebaut. Davon
erzählen die Burgruinen genauso wie die Gassen, Portale
und zahlreichen Kirchen des Ortes. In Rocca Gloriosa bietet
sich dem Besucher eine Landschaft reich an gelebter Geschichte
und Kultur.

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