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SAN SEVERINO DI
CENTOLA

Der mittelalterliche Ort ist seit einem halben Jahrhundert unbewohnt
und heute ein Geisterdorf. Zwischen den verlassenen Häusern
kann man die surreale Atmosphäre einer nunmehr nicht mehr
existierenden Welt einatmen. San Severino liegt auf der Spitze
eines aus kalkhaltigem Felsgestein bestehenden Hügels und
ist durch eine hohe Erhebung in zwei Ortsteile gespalten: auf
der einen Seite befinden sich die Burgruinen und Überreste
der Kirche, auf der anderen die Wohnhäuser der ehemaligen
Bewohner des Dorfes.
Die nordöstliche Seite des Hügels fällt steil zum
rechten Flussufer des Mingardo hin ab, welcher sich durch die
Teufelsschlucht (la "Gola del Diavolo") windet, während
sich auf der linken Seite des Flusses der Berg Monte Bulgherìa
erhebt.
Der Ort war lange Zeit als "San Severino de Camerota"
bekannt, wurde jedoch nach 1861 in San Severino di Centola umbenannt.
San Severino hat sich den typischen Charakter eines mittelalterlichen
Dorfweilers behalten, mit seiner, sich in die Umgebung eingepassten
architektonischen Struktur. „Wie ein Anhängsel der
Burg zeigt er sich dem Fluss Mingardo; er scheint eingefroren
in seinen kleinsten Abmessungen, da seine Position keine weitere
Expansion erlaubte.“
Die Geschichte des Ortes reicht von der Herrschaft der Langobarden,
der Angiovinen und der Aragonesen, bis ins 19. und 20. Jh., als
die Einwohner ihr Dorf verließen und San Severino dem Verfall
Preis gegeben wurde.
Es besteht kein Zweifel, dass dieser Hügel wegen seiner einmaligen
und verteidigungstechnisch strategischen Lage ausgewählt
worden war.
Die beiden steil abfallenden Überhänge in die Teufelsschlucht
machten den quadratischen Turm und den Burgweiler an zwei Seiten
für Angreifer uneinnehmbar, während die anderen Zugänge
von der Siedlung versperrt wurden, die wie eine Schutzmauer angelegt
worden war. Das Bergdorf, mit seiner dem Tal zugewandten Frontseite
und den wenigen Zugängen, bildete die äußerste
Grenze zwischen dem Wohn- und dem umliegenden Nutzgebiet und konnte
auf sein durch die Wohnhäuser mimetisiertes Verteidigungssystem
vertrauen.
Einige Schriften aus der ersten Hälfte des 16. Jh. beschreiben
die Beschaffenheit der Festungsanlagen in der Provinz Salerno
während der Herrschaft der Aragonesen, als der Süden
Italiens, nachdem er für eine kurze Zeit geteilt war, im
Jahre 1504 unter der spanischen Krone wieder vereint wurde. Dort
ist zu entnehmen, dass San Severino di Camerota über „muros
buenos y castillo fuerte al pié de la tierra en una rocca”
verfügte, von denen leider nicht genug Spuren übriggeblieben
sind um Rückschlüsse auf die Originalstruktur zu ziehen.
Die ältesten Bauten, welche auf dem höchsten und am
schwer zugänglichsten Punkt der Erhebung, auf dem Abhang
des "Gola del Diavolo", konstruiert worden waren, gehen
wahrscheinlich auf das 10./11. Jh. zurück.

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