VIBONATI
Der
charakteristische Ort befindet sich auf einem Hügel im Inland
direkt vor dem Golf von Policastro in einer Höhe von etwa
150 m. Der Legende nach wurde er auf einer ehemaligen Niederlassung
der Phönizier aus dem 4. Jh. v. Chr. gegründet. Unter
der römischen Herrschaft entwickelte sich der Ort zu einem
wichtigen Handels- und Produktionszentrum mit dem Namen "Vibo
ad siccam".
Die Gründung der aktuellen Ortschaft
geht hingegen auf Gisulfo zurück, den letzten Langobarden-Prinz
von Salerno, der, um die Bevölkerung vor den dauernden
und zerstörerischen Übergriffen der sarazenischen
Piraten zu schützen, eine Festung errichten ließ,
deren imposante Ruinen heute noch zu sehen sind. Eine Steilwand
im Osten und hohe Schutzmauern im Westen, mit noch heute erhaltenen
steilen Treppen, schützten die Burg. Im Mittelalter gedieh
Vibonati, begünstigt durch die reichen Myrte-Vorkommen,
zu einem blühenden Handwerkszentrum, in welchem vor allem
Ledergerbereien und das Schustergewerbe anzutreffen waren.
Der katastrophalen Pestepidemie des
17. Jahrhunderts entkommen, stieg die Bevölkerung von Vibonati
in der Folgezeit, aufgrund der Einwanderung von Flüchtlingen
aus benachbarten Orten, wo eine Windpockenepidemie ausgebrochen
war, rapide an.
1797, als der Ort etwa 3000 Einwohner zählte, ging er in
den Besitz der Grafen Carafa über, welche das Lehnswesen
bis zu seiner Abschaffung beibehielten. Vibonati war im Zentrum
der cilentanischen Aufstandsbewegung von 1848 und nahm am 3.
September des Jahres 1860 Giuseppe Garibaldi, den bekannten
Helden des italienischen Risorgimento, auf.
Heute bietet Vibonati dem Besucher
eine herrliche Landschaft und einen fast intakten mittelalterlichen
Ortskern mit steingepflasterten und von herrlich antiken Wohnhäusern
gesäumten Gässchen.
Auf dem höchsten Punkt des Ortes
erhebt sich die Mutterkirche des Sant’ Antonio Abate aus
dem 17. Jh., empfehlenswert ist außerdem ein Besuch des
Klosters des San Francesco im unteren Teil von Vibonati.
